Schmeckt-LogoTomaten selbst ziehen

 

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Selbst gezogene rote Kirschtomaten

Tomaten aus eigener Produktion schmecken besser. Natürlich kosten sie auch weniger. Vor allem gibt es dann eine Sortenvielfalt, die Sie im Geschäft so nur selten bekommen können. Sie brauchen dafür einen überdachten Balkon oder im Garten irgendeine Form von Abdeckung gegen Regen - das muss kein Gewächshaus sein. Außerdem erfordern sie ein wenig Aufwand, bis sie im Mai, wenn keine Fröste mehr drohen, ausgepflanzt werden können.

Tomatensamen keimen lassen

 

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Samen - evtl. mit laminiertem Schild - in feuchte Tücher packen

Bis Ende März sollte der Samen ausgesät sein.

Den Samen 8 – 10 Stunden ab Ende Januar bis Mitte März in nicht zu kaltem Wasser quellen lassen. Anschließend zwischen feuchte Stofftaschentücher legen. Diese kommen dann in eine Plastiktüte, die aber offen bleibt, damit nichts schimmelt. Die Tüte so an die Heizung legen, dass sie 22-25° Wärme bekommt. Täglich nachsehen, eventuell etwas Wasser dazugeben. Die ersten Samen keimen oft schon nach 3 Tagen.

Gekeimten Tomatensamen einpflanzen

 

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Mehrere Tücher in eine offene Plastiktüte

Wenn der Keim zu sehen ist, sofort in Anzuchterde pflanzen. Dazu können kleine Töpfchen genommen werden, aber auch einfach billige Plastik-Einmal-Trinkbecher, deren Böden durchpiekst wurden. Der Keim ist die Wurzel, gehört also nach unten. Das Samenkorn sollte noch zu sehen sein. Wenn die Keimblättchen zu sehen sind, die schwächsten und die längsten Pflänzchen herausziehen und nur eine kräftige, nicht hochgeschossene Pflanze in jedem Töpfchen stehen lassen.

Sobald die beiden Keimblätter und die ersten beiden kleinen Blättchen zu sehen sind, an einen kühlen und möglichst hellen Ort stellen. Wenn die Pflanzen etwas kräftiger geworden ist, kann schon normale oder auch leicht gedüngte Blumenerde oben auf gestreut werden.

 

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Auf der Heizung keimen lassen. Die Brettchen dienen dazu, dass der Samen nicht zu heiß wird.

Pflege der kleinen Pflänzchen

Häufiges Umpflanzen macht die Tomaten kräftiger, besonders wenn sie früh ausgesät wurden.  Dabei jedes Mal etwas tiefer einpflanzen, das sorgt für gute Wurzeln. Im Handel gibt es auch speziellen Tomatendünger. Sobald die Pflänzchen vier gut sichtbare Blätter haben, sollten sie leicht gedüngt werden.

Wenn Sie von uns gemischten Tomatensamen geschenkt bekommen haben, wundern Sie sich bitte nicht, wenn die Pflanzen sehr unterschiedlich wachsen. Grundsätzlich gilt die Regel, große Pflanzen große Tomaten, kleine Pflanzen kleine Tomaten.

Auspflanzen

 

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überflüssige oder nachgekeimte Pflänzchen auszupfen

Erst nach den letzten Frösten können die Tomatenpflanzen dauerhaft nach draußen. Bei Temperaturen über 5° C tut es ihnen allerdings gut, wenn sie nach draußen dürfen, weil sie dort mehr Licht bekommen und durch die Kühle nicht zu schnell lang und zu dünn werden. Das Hauptproblem ist immer Licht. Sie brauchen zum Wachsen viel Sonne. In diesem Jahr gedeihen sie bei uns gar nicht gut, weil es ständig stark bedeckt ist.

Wir setzen oft von jeder Sorte schon mal einzelne Pflanzen Anfang Mai nach draußen an Ort und Stelle - wenn noch Fröste kommen, haben wir ja noch Ersatz. Wenn keine kommen, sind die ersten Tomaten früher da.

Beim Pflanzen an Ort und Stelle nicht zu dicht setzen! Eigentlich benötigt eine Pflanze einen Meter im Durchmesser. Je luftiger sie stehen, desto eher bleiben sie von Braunfäule verschont.

Pflege

 

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Jetzt kann schon Dünger hinzu

Tomaten benötigen viel Wasser von unten und keins von oben. Der Erreger der Braunfäule braucht Wasser zum Keimen. Ein durchsichtiges Dach oder eine vor Regen relativ gut geschützte Stelle an der Hauswand bekommt ihnen deshalb gut. In nassen Sommern bekommen sogar die recht braunfäule-resistenten Pflanzen Braunfäule, wenn sie nicht vor Regen geschützt werden.

Die im Handel erhältlichen Plastikhauben sind nur bedingt geeignet. Darunter bildet sich Schwitzwasser, das direkt an die Blätter kommt. Sobald es nicht mehr regnet, müssten diese Hauben wieder abgenommen werden.

Die Triebe, die aus jeder Blattachsel wachsen, müssen regelmäßig ausgeknipst werden, damit die Pflanzen nicht zu sehr wuchern und kräftig bleiben. Beim Wachsen regelmäßig mit Stoffstreifen oder Bast an einer Stange festbinden. Dabei darf der Bast nicht scheuern.

Wenn die blühenedenTomaten keinen Wind bekommen, gelegentlich schütteln, damit sie gut bestäuben.

Ende August können die obersten Spitzen auch abgeschnitten werden. Blüten, die nach Ende August entstehen, tragen bis zum Winter keine Früchte mehr.