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Landhaus Scherrer, Recklinghausen La Dolce Vita, Tecklenburg-Brochterbeck - Das Tannenhäuschen, Haltern am See - Burg Restaurant, Bad Münstereifel - Brauhaus, Bad Münstereifel - Chinarestaurants im Sauerland

Landhaus Scherrer, Bockholter Straße 385, 45659 Recklinghausen

Anlässlich des Geburtstags meines Vaters verbrachten wir am 12.3.2010 (meine Frau und ich endlich mal wieder) mit insgesamt 8 Personen einen schönen Freitagabend mit einem reichhaltigen Fischmenü plus Schweinemedaillons für die Fischmuffel und einem vegetarischen, ad hoc zubereiteten Menü für die vegetarische Küche bevorzugende Enkelin. Zum Auftakt - nach dem Gruß aus der Küche mit erstklassigem, gut getrocknetem Schinken, Parmesan und Salat - gab es so richtig saftiges, absolut weiches Lachsfilet auf Salat, mit frittierter Rauke. Es folgte Spargelkremsuppe mit Krabben (oder auch ohne!). Die Suppe war köstlich, überhaupt nicht bitter, sehr aromatisch, in der Kombination mit den sehr guten Nordseekrabben eine Wucht. Als Hauptspeise gab es Thunfisch in der Sesamkruste, Pangasius mit Tomatensoße, Rotbarbenfilet mit Senfsoße, und auf den Punkt gegarten verschiedenen Gemüsen. Und für die Fischmuffel saftig, genau auf den Punkt gegarte Schweinemedaillons. Das Dessert war schon optisch überwältigend - verschiedene Puddings, Kremes, alles sehr gut gemacht und richtig lecker. Das alles für 28 Euro pro Person. Das Preis-Leistungs-Verhältnis fand nicht nur ich persönlich sensationell.

Besonders hervorzuheben ist, dass auch die Vegetarierin durchgehend bedacht wurde und z.B. statt des Lachses gebratene Champignons bekam. Einzelwünsche waren also kein Problem, im Gegenteil, für die Küche scheinbar eine kreativ aufgenommene Herausforderung. Als Hauptgericht bekam die Vegetarierin mit Graupenrisotte gefüllte Paprikas, Gemüsesoufflé, natürlich auch noch Gemüse. Dass die Speisekarte gar nicht erst existierte, wussten wir natürlich - schließlich hatten wir für das Freitags-Fisch-Menü reserviert.

Dennoch eine leise, sehr persönliche Kritik: Die Rotbarbe z.B. hätte mir gereicht, eine Sorte Gemüse ebenso. Ich dachte fast, der Koch konnte sich nicht entscheiden. Die verschiedenen Desserts auf dem Teller waren alle gut - aber eins in etwas größerer Menge hätte auch gereicht. Wenn mehrere Gerichte auf einem Teller sind, weiß ich oft gar nicht, womit ich anfangen soll. Man springt hin und her, und schon ist alles weggegessen. So weiß ich z.B. die Desserts nicht mehr, nach nur 3 Wochen seit dem Essen - wäre es nur eins gewesen, bliebe es mehr in der Erinnerung.

Auf jeden Fall: Landhaus Scherrer ist immer einen Besuch wert!

So muss gute Küche sein: Statt ellenlanger Speisekarte mit Gerichten aus der Truhe und Tüte frisch gekochtes Essen, das jeder und jedem schmeckt.

Noch preisgünstiger ist das Lehrlingsmenü am Montag!

Eiscafe, Pizzeria und Restaurant La Dolce Vita oder Lombardo, 49545 Tecklenburg-Brochterbeck, Mühlenstraße

Im Internet kann ich die Adresse nicht finden - aber über dem Restaurant/Eiscafé stand "La Dolce Vita". Es findet sich allerdings das Eiscafé Lombardo. Im Gastronomieverzeichnis der Touristen-Information findet es sich genauso wenig wie auf der Internetseite von Brochterbeck selbst.

Bei unserem ungeplanten Besuch am Dienstag, den 20.10.2009, ein Spaziergang von Tecklenburg nach Brochterbeck, kamen wir um die Mittagszeit im Ort an, neben dem uns zu großen Hotel an der Bundesstraße war es das einzige geöffnete Lokal. Wir waren hungrig und erfreut, ein einfaches Mittagessen genießen zu können.

Die kalte Vorspeisenplatte für 7 Euro durften wir uns teilen - sie wurde mit zwei Einzeltellern serviert, gefüllte Champignons, gegrillte Auberginenscheiben, Möhren, Zucchini, schmackhafte Tomate mit Mozarella, viel gutes Olivenöl, reichlich Knoblauch, frische glatte Petersilie, Ciabatta dazu - es blieb nichts übrig und nichts zu wünschen übrig. Empfehlenswert!

Ich bekam dann Schweinemedaillons mit Gorgonzolasoße, meine Frau Canelloni. Die Canelloni waren an sich lecker, die Hollandaise aus der Tüte wäre allerdings besser weggeblieben. Die Medaillons waren eher Schnitzel, vermutlich von der Oberschale, aber so richtig butterzart und saftig, super Garpunkt, die Soße dazu schmeckte wirklich gut. Der gemischte Salat hätte auch wegbleiben können - es waren mal wieder die üblichen 10 Maiskörner und 10 Kidneybohnen und der übliche Mischmasch. Dazu wurden - wie der Salat zu allen Fleischgerichten serviert, auch zu Saltimbocca (!), Pommes gereicht - ich habe es probiert und sie auf dem Teller gelassen. Einfach etwas Gemüse, eventuell ein paar in Wasser und Olivenöl und Knoblauch gegarte Kartoffelscheiben dazu, damit wäre das Gericht ein Gedicht gewesen. Schade. Für zwei Euro mehr hätte ich wenigstens Zucchini dazu bekommen. Ich habe nichts gegen Pommes. Aber zu Gorgonzola-Soße passen sie wirklich nicht.

Ich empfehle Ihnen also, gleich bei der Bestellung den Salat und die Fritten abzubestellen, stattdessen Gemüse zu nehmen und auf die Vorspeise nicht zu verzichten. Dann kann es ein lohnender Besuch werden.

Das Tannenhäuschen, Hennewigerweg 389, 45721 Haltern am See

Gleich vorweg: Ich finde das Restaurant rundherum sehr empfehlenswert.

Bei unserem Besuch mit einem befreundeten Ehepaar hatten wir Glück, der Koch Pech: Sein Kellner war kurzfristig erkrankt und er konnte keinen Ersatz finden. Für uns war es natürlich spannend, direkt mit dem Koch sprechen zu können. Die (natürlich angekündigte) längere Wartezeit, weil der Koch auch servieren musste, hat uns nicht gestört - wir haben einen wunderschönen Abend verbracht.

Ich vermute, mit Wartezeiten müssen Sie aber immer rechnen - das Essen wird ausnahmslos frisch und selbst gekocht. Das ist bei bürgerlicher Küche eine wohltuende Seltenheit.

Zwei Gerichte, das Wiener Schnitzel und die Lammstelzen, waren ihm ausgegangen. Da kann man jetzt meckern, bei mir erhöhte das die Vorfreude: Ein Zeichen dafür, dass das Essen aus frischen Zutaten zubereitet wird. Dass ich jetzt noch mal hinmuss, um das Wiener Schnitzel zu probieren, ist ja durchaus erfreulich.

Die Preise fand ich für die Leistung erstaunlich niedrig: zwei Flaschen Wein, eine Flasche Wasser, Vorspeise und zwei Desserts, auf 4 Teller aufgeteilt, alles zusammen 100 Euro, allerdings mit Gutscheinbuch.

Mutig und lecker: RoteBeete-Schaum mit Flusskrebs.

Die "Blun´zntascherl", Maultaschen mit Blutwurst gefüllt, dazu frischen Salat mit knusprig gebratenem Speck, einfach gut. Die Essig-Öl-Soße war da, wo sie hingehört: Auf dem Salat und sonst nirgends. Sie hätte allerdings noch ein wenig aromatischer sein können.

Unter dem Titel Marktsalat gab es einen gemischten Salat - das ist nicht gerade das, was ich bestellen würde, zu viel Durcheinander, aber trotzdem ein wohltuender Unterschied zu dem sonstigen Salatedurcheinander: Jeder Salat hatte die passende, eigene Soße; es floss nichts ineinander.

Das Hütt'n - Steak von der Pute war schön saftig, leicht angebräunt, sehr zart, einfach wie es sein soll. Dazu gleichmäßig gebratene Bratkartoffeln, die nicht im Fett schwammen und eine kräftige Bratensoße. Die war natürlich selbst hergestellt. Nichts für Leute allerdings, die den Fertigsoßen/-suppen-Einheitsgeschmack großer Lebensmittelfabriken brauchen.

Der Rotbarsch unter der Kartoffelkruste - zart, keine Panade, traumhafte, sehr schöne Rotweinsoße, ein Gedicht.

Last not least - der Nachtisch: Der Palatschinken (dünner Pfannkuchen) schön dünn, mit der Marillensoße wirklich schön aromatisch, das Apfelkompott zum Kaiserschmarrn sehr frisch, zart, aromatisch, einfach ein Gedicht.  Der Kaiserschmarrn locker wie er sein soll. Jeder bekam wunschgemäß beide Desserts serviert, weil wir einfach probieren wollten. Die Hälfte war vollkommen ausreichend.

Die Speisekarte mit Preisen (auch das ist lobenswert!) ist auf der Website des Tannenhäuschens zu finden.

Die Räumlichkeiten sind ein wenig ungewöhnlich, modern eingerichtet und gleichzeitig sehr gemütlich.

Burg Restaurant, 53902 Bad Münstereifel, Burg 14

Wir waren mittags (im Januar 2009) zum halben Menü-Preis da. Der betrug immerhin knapp 9 Euro, vorneweg gab es eine Rinderbrühe mit Einlagen, zum Abschluss eine Schokosuppe mit frischem Obst.

Vorweg gab es Brotstückchen mit drei Senfsorten - eine gute Idee, der Senf ist auch echt gut und im dazugehörigen Laden im Restaurant zu bekommen.

Die Vorsuppe war viel zu salzig, schmeckte aber tatsächlich nach Rindersuppe, nicht nach Maggi. Die Griesklösschen schmeckten auch, waren aber arg zerpliesert. Wozu da der getrocknete, geschmacklose Schnittlauch draufgestreut werden musste, entzieht sich meiner Kenntnis. Trotzdem ein Auftakt, der noch hoffen ließ. 

Als Hauptgericht haben wir Rotbarschfilet mit Bärlauchbutter und Salzkartoffeln gewählt, dazu gab es einen Salat. Das Rotbarschfilet war erschreckend winzig (schätzungsweise 120 - 150g, zu Hause nehme ich mindestens 200g), entgegen unseren Erwartungen paniert, aber immerhin noch recht saftig, also nicht zu lange gebraten. Die Bärlauchbutter war - auch entgegen unseren Erwartungen - kalt und lag oben auf der Panade. Heiße Butter wäre mir lieber gewesen. Schlimmer war der Geschmack - deutlich nach Kunstprodukt, er erinnerte an eine Mischung aus Knoblauch und Maggi. Zudem war die Butter deutlich zu salzig. Nun gibt es im Januar noch keinen frischen Bärlauch - doch man kann ihn für solche Zwecke sehr gut einfrieren. Meine Frau hatte zwei Salzkartoffeln auf dem Teller, die in der Farbe deutlich von den anderen abwichen und verdorben schmeckten.

Die Salatbeilage war so grauenhaft wie in vielen "bürgerlichen" Restaurants. Die Soße war aus saurer Sahne und war wohl selbst gemacht - ein Pluspunkt. Außer grünem Salat, geschmacklosen Gurkenscheiben, völlig wässrigen Tomaten (um Himmels willen, lassen Sie doch im Januar die Tomaten weg!), den Möhrenschnippseln war er sehr reichhaltig aufgepeppt: 8 Maiskörner, zwei Kidneybohnen, 8 Erbsen, alles aus der Dose.

Gasthausbrauerei Brauhaus, Markt 8, 53902 Bad Münstereifel

Das Restaurant gehört zum selben Besitzer wie das Burg Restaurant in Bad Münstereifel. Auch hier gab es beim Besuch Anfang Januar 2009 Brot mit 2 Senfsorten und ein Chutney vorweg.

Die Speisekarte ist nicht zu lang, die Gerichte so, wie man sich das in einem Brauhaus vorstellt, bodenständig und einfach, die Preise bei vielen Gerichten unter 10 Euro.

Meine Frau hatte einen sehr leckeren Flammkuchen. Da ist nichts hinzuzufügen. Schön dünn, knusprig, mit Speck, ausreichend um satt zu werden.

Mein rheinischer Sauerbraten schmeckte sehr gut, das Fleisch war sehr aromatisch. Allerdings war die Säure nicht gut durchgezogen und Soße und Rotkohl waren dafür ein bisschen arg sauer. Die Kartoffelknödel waren selbst hergestellt und schmeckten vor allem nach Kartoffel - echt Klasse.

Insgesamt also empfehlenswert. Die Atmosphäre und Einrichtung sind sehr urig, passend zum wirklich schönen alten Städtchen.

Chinarestaurants im Sauerland

Chinarestaurants im Sauerland scheinen Probleme mit dem Reis zu haben. Weiteres siehe auf der Seite zur Chinesischen Küche - da geht es zwar nicht um Restaurants direkt, aber die Erfahrungen mit dem Reis in chinesischen Restaurants im  Sauerland sind schon merkwürdig.