Schmeckt-LogoFisch

Fisch ist unbestreitbar gesund. Da muss man nicht erst die gerade modischen Omega-3-Fettsäuren für zitieren. Aber viele Menschen fragen sich, ob man angesichts der leer gefischten Meere überhaupt noch Fisch essen kann. Ohne nachzudenken, welchen man kauft, kann das ein verantwortungsbewusster Mensch nicht mehr.

Auf der Greenpeace-Seite zu Fisch finden Sie einen ausführlichen Einkaufsführer und einen Fischratgeber im Mini-Format, die ich Ihnen beide herzlich empfehlen kann.

Süßwasserfische

Die gute Nachricht zuerst: Zander, Forelle und Karpfen können ohne große Bedenken gegessen werden.

Der Modefisch Victoriabarsch hingegen nicht. Er kommt in der Zutatenliste des Kochbuch-Programms ebenfalls nicht vor. Ich kann einen Raubfisch, der künstlich in den Victoriasee eingesetzt wurde, der damit zig einheimische Barscharten (von m.W. über 150!) bereits vernichtet hat, der verheerende Folgen auf das Ökosystem und die traditionelle Fischerei hat, nicht ernsthaft auf den Speisezettel setzen. Alle Länder rund um den Viktoriasee haben Ernährungsprobleme und bräuchten das Eiweiß der einheimischen Fische auf ihrem Speisezettel. Aber das kriegen wir, in Form von erschreckend billigem Viktoriabarsch-Filet.

Salzwasserfische

Die gute Nachricht zuerst: Makrele und Hering sind nicht bedroht und können gut gegessen werden. Aber auch Pangasius ist kein großes Problem, weil er als Allenfresser auch mit pflanzlichem Futter gefüttert werden kann.

Ich gebe es zu - es gibt fast keinen Thunfisch mehr. Trotzdem gibt es bei mir mindestens ein Rezept mit Thunfisch. Er ist nun einmal ein ganz besonderer Fisch. Es ist aber kaum vertretbar, ihn noch zu essen - schon gar nicht als billige Dosenware, die ihren Geschmack sowieso nicht vom Thunfisch bezieht. Auch wenn der Dosenfraß Ihnen (wie mir eigentlich auch) schmeckt, man hat sich ja daran gewöhnt, - mit frischem Thunfisch hat das nichts zu tun.

Dornhai, unter dem Etikett Schillerlocke oder Seeaal verkauft, können verantwortungsbewusste Menschen auf keinen Fall kaufen - er ist massiv überfischt. Bei Hai gibt es aber noch einen weiteren Grund, ihn nicht zu kaufen: Haie fressen nur kranke, schwache oder sterbende Fische und räumen damit das Meer auf. Sie stehen aber auch an der Spitze der Nahrungskette, und damit sammeln sich in ihnen alle von uns Menschen ins Meer eingeleiteten Schwermetalle an. Guten Appetit!

Kabeljau hingegen habe ich aus der Zutatenliste gestrichen. Er ist unnötig, durch Seelachs oder Schellfisch problemlos zu ersetzen. Ein gut zubereiteter Seelachs ist immer noch besser als ein vertrockneter Kabeljau.

Lachs

Lachs ist besonders beliebt, ein Salz- und Süßwasserfisch, deshalb bekommt er hier eine eigene Überschrift. Er ist aber auch ein besonders Beispiel für eine bedrohte Fischart und für die Probleme bei Zuchtfisch.

Lachs ist ein Raubfisch. Er muss also mit Fisch gefüttert werden. Für einen Kilo Lachs werden 5 Kilo anderer Fischarten gefangen und an den Lachs verfüttert.

Pointiert gesagt: So grauenhaft, wie viele Restaurants ihn zubereiten, so ausgetrocknet, wie er auf so mancher Pizza liegt, so gut kann man auch auf ihn verzichten. Umgekehrt - ein perfekt gegarter Lachs ist dermaßen lecker, durch die rosarote Farbe auch noch optisch derart appetitanregend, dass ich nicht auf ihn verzichten will.

Trotzdem kann man ihn mit gutem Gewissen essen - es gibt Lachs auch aus nachhaltiger Zucht.